Wie das Problem begann ... 

Am Anfang war das Anspringen nicht so spontan wie ich es jetzt erlebe.
Ich musste etwas leiern - dennoch stets mit Erfolg.
Da viel auf Kurzstrecken unterwegs, habe ich meine Batterie hin und wieder mit einem Ladegerät nachgeladen. Letztes Jahr kam eine neue Batterie rein.

In der letzten Phase hatte ich -trotz leiern- echte Probleme die Kuh anzulassen. Nach vergeblichen Versuchen in Intervallen mit längeren Pausen (im Minutenbereich um einen Batteriekollaps zu vermeiden) sprang das Biest glücklicherweise, nach einigen Metern schieben, dann doch an.
Nächster Morgen wieder leiern und dann doch angelaufen - dann nochmals - und später dann nicht mehr wieder.
 
Also ab in meine Werkstatt zur Fehlersuche ...
 
Anbei Bilder vom zerlegten Anlasser (3298 -3302)


Bei Zerlegen sind mir Blechfragmente entgegen gefallen die scheinbar von den fehlenden „Ecken“ am Blech stammen.
Sonst schien der Anlasser ok, keine Lagerluft ....
 
Bild 3282 zeigt die elektrische Verbindung zwischen Hallgeber + MSG mit meinen Leitungsadaptern dazwischen gesteckt (Messhilfmittel)
Bild 3289 ist ein Steckeradapter (MQS 0,53 mm) zu sehen, an welchem ich die Tastköpfe angeschlossen habe
Solche Adapter habe ich aus einer handelsüblichen Standard Buchsenleiste mit Rastermaß 2,54 mm erzeugt und dient nur dem Kontaktieren der Tastköpfe bei geschlossener elektrischen Verbindung zw. Hall + MSG. Ich hätte auch selektiv die Isolierung an beiden Sensorleitungen entfernen können.

Bild 3291 zeigt den Farbwechsel der Leitungen Leitungsende Stecker / MSG (Stift) und Leitungsende Stecker / Hallgeber (Buchse) an
Bild 3292 Adapterleitungen mit 1 pol Stiften (aus MQS 0,63 mm Stiftleisten herausgebrochen) abgelötet und mit Schrumpfschlauch isoliert sowie einen Kontaktadapter (Abgriff)
Bild 3293 Buchsen- Stiftadapter (Kontaktadapter)
Bild 3296 Widerstand um das Steuersignal einer Hauptkerze sichtbar zu machen. Das eine Ende habe ich mit dem Pluspol der Batterie verbunden und das andere in die entsprechende Öffnung "Kerzenstecker" eingesteckt. Dort ist GND und PLUS (Zündung) gegeben sowie das zu registrierende Steuersignal am Kerzenstecker gegeben. Der Kerzenstecker war natürlich nicht aufgesteckt.

Der Wert ist (fast) beliebig - hier 3 kOhm damit nicht zu viel Prüfstrom über den Widerstand in das MSG fließt.
Die Bauform muss nicht so groß sein wie abgebildet. Ich hatte diesen so in meiner Kiste gefunden.
 
Hintergrund dazu ist, das ich angenommen hatte dass das MSG bei Schalten das Signal nach Masse zieht ( Im MSG befindet sich dort ein Transistor der das Signal zum richtigen (Zünd)Zeitpunkt nach Masse schaltet
 
Bild 3233:
blaues Signal: 5 V / div; Hallgebersignal;  
rotes Signal: 5 V / div; Hauptkerzensignal mit Pull Up Widerstand (Schaltet nach Masse wenn Zündzeitpunkt gegeben). Die Skalierung der Zeitachse war im Sekundenbereich das der Anlasser drehen musste.
Die Aufnahme ist im Modus Single Event Triggerung aufgenommen (fallende Flanke). Das heißt, ich habe auf das low aktive Hallgeber Signal getriggert welches von der Amplitude bereits durch den Einbruch der Batteriespannung erfolgte
(Spannung bricht stark ein da im ersten Moment ein großer Strom durch den Anlasser fließt)

Bild 3229:
Beide Hallgebersignale beim Anlassvorgang . Beide Signale mit 5V / Div aufgenommen
 
Tage später- anderes Messmittel nach Einbau von neuem Anlasser (07.09,2018)

Bild 3277: Messung mit neuem Anlasser (Bezugsquelle Handel ~ 80€) beim Anlassvorgang
rotes Signal: 5V / Div; Batteriespannung
blaues Signal: 5V / Div ein Hallgebersignal
 
Zeitachse 0,5 Sek / Div; Aufzeichnung händisch gestoppt
 
Bild 3279: Kompletter Zyklus zur Übersicht (1s / Div)
Erkennbar der Spannungseinbruch von ca 2V das der Anlasser richtig Strom zieht, Auch erkennbar großer Spannungseinbruch wegen Einschaltstrom des Anlasser am Zyklusbeginn
rotes Signal: 5V / Div; Batteriespannung
blaues Signal: 5V / Div ein Hallgebersignal
 
Bild 3281: Hallgebersignal aufgelöst 100 ms / Div

 


Kommentar gerd:
Für nicht-tekkies heisst das:
Der schadhafte Anlasser erzeugt Störungen/Schwankungen im Bordnetz.
Ob der Hallgeber aufgrund der versauten Spanungsversorgung Unsinn produziert oder die Störungen ein eigentlich sauberes Hallsignal verfälschen ist nicht interessant.
Letztlich erhält die Motronik Signale mit denen sie nichts anfangen kann.








Farbwechsel der Kabel am Verbindungsstecker

        Vom Hallg    Kabelbaum
1    Masse/Schirm    NC    NC
2    S2    gn    sw
3    GND    sw    bn
4    PLUS    rs    rt
5    S1    gn    or
6        NC    NC
Das Blöde ist nur, dass man sich auf die Farben der Hallgeberseite nicht verlassen kann. Die scheinen teilweise nach dem Motto „wir nehmen was wir haben“ gewählt zu sein.