Willkommen auf PowerBoxer

PowerBoxer.de, eine private Seite von Boxerfahrern für Boxerfahrer.
Hier dreht sich alles um die Boxermotorräder von BMW. Es schreiben Q-Treiber über ihre Erfahrungen mit ihrem BMW Boxer Motorrad.
Über Beiträge rund um das Thema BMW Boxer freuen wir uns immer sehr.
Solltet ihr fachlich die großen Schrauber sein, aber euch das Schreiben nicht ganz so liegen, einfach die aussagekräftigen Bilder mit ein paar Stichpunkten versehen und wir komplettieren das Ganze in Rücksprache mit Euch.
Die Seite lebt mit den Beiträgen die ihr uns für andere Leser zur Verfügung stellt.
Wir wünschen euch viel Spass hier, dass ihr die Informationen findet die ihr sucht und vor allem viel Erfolg beim Schrauben.
Das PowerBoxer Team

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Grundsätzlich:
Das Feder-/ Dämpfersystem soll dazu dienen dieUnebenheiten des Untergrundes zu egalisieren, das Oberteil des Fahrzeugs möglichst ruhig bleiben, die Räder aber den Unebenheiten folgen zu lassen. Die Feder nimmt dabei die Energie auf (und speichert sie). Der Dämpfer vermeidet, dass diese Energie schlagartig abgegeben wird und das Fahrzeug durch die Gegend springt
Die Einstellung moderner Federbeine ist zweigeteilt. Als erstes stellt man die Federhöhe ein, dann -anderer Beitrag- die Dämpfung


Grundsätzliches:

Image Der Federweg  jedes Rades weicht aufgrund unterschiedlicher Anlenkpunkte von Federbein, Radachse und (vorn) der Gabelgeometrie vom Weg "seines“ Federbeins ab.
Federt das Vorderrad  um eine bestimmte Grösse, legt die Gabel den etwa 1,2-fachen Weg zurück (gelb /orange). Dieser Wert differiert etwas, da sich der Lenkkopfwinkel beim federn nicht konstant bleibt und eine Tangensfunktion in die Betrachtung eingeht.  Das vordere Federbein wiederum braucht nur den 0,59-fachen Weg der Gabel zurückzulegen, wenn man ausser Acht lässt, dass Gabel und Federbein nicht vollkommen parallel zueinander sind.
Beim Hinterrad  spielt praktisch nur das Übersetzungsverhältnis 3,95:1 eine Rolle. Das Federbein macht also etwa ein Viertel des Federwegs des Rades

Höhengrundeinstellung:
Als Faustregel für die Grundeinstellung gilt:
Ist das Mopped mit dem Fahrer besetzt, so soll die Federung so weit zusammengedrückt sein, dass etwa 25% bis 30% des Federwegs ausgenutzt sind.
Beispiel:
Der Federweg der 1150 GSA ist hinten mit 220mm angegeben. Nur mit dem Fahrer besetzt sollte ein Restfederweg von 165…145 mm vorhanden sein. Der Negativfederweg, also die Höhe die das Mopped ausfedern kann beträgt dann 55…75 mm.
Wird zusätzlich beladen, so kann die Federvorspannung hydraulisch verstellt und so der Negativweg angepasst werden. Ganz funktioniert das in der Praxis bei zulässigem Gesamtgewicht nicht. Dazu ist die Feder zu schwach dimensioniert bzw. der Hydraulikhub scheinbar zu gering. Würde man ihn vergrössern, wäre die Feder dennoch überfordert, weil der Restfederweg zu gering würde.
Insgesamt ist die Serienfeder wohl ein Kompromiss zu Gunsten eines "75-Kg-Normfahrers“ der überwiegend alleine fährt.
Ständig doppelt besetzten Maschinen empfehle ich ein abgestimmtes Federbein "aus“ dem Zubehör.
 
Das Vorgehen:
ImageImageSchritt 1: Hinterrad vollkommen entlasten und den Abstand von einem Fixpunkt am Rahmen in der Achsebene senkrecht zum Boden messen.
Schritt 2: Maschine abbocken, Fahrer sitzt in normaler Montur auf ein(e) Helfer(in) misst erneut. Mit der Vorspannung wird die Höhe auf 66….75% eingestellt. Ist der Negativfederweg zu gering, die Hydraulik aber bereits voll entspannt, ist bei den Serienbeinen Ende und man muss damit leben.
Muss mit der Hydraulik bereits beim nur Fahrer kräftig "nachgeholfen“ werden, ist entweder die Feder lahm, zu schwach oder der Fahrer zu schwer. Das Unterfangen Imagewird umso schwieriger je grösser die Differenz ist (60 Kg Fahrer mit 145 Kg Urlaubsgepäck).
Menschen die bereits im Ruhezustand mit der Hydraulik "merklich“ spannen müssen, sollten über Biotuning nachdenken (= Abnehmen; wie ich z.B.) oder sich, auch bei z.B. Oehlins eine andere Feder zulegen (mach’ ich!)

Das gleiche Verfahren gilt auch für das Vorderrad
Hier ist es meist keine Hydraulik sondern bei der Serie sind es Rasten, beim Zubehör oft Gewinde.

Grund- Federvorspannung hinten
ImageBei Federbeinen aus dem Zubehör kann die Grund- Federvorspannung in der Regel variiert werden, bei den Serienteilen ist es nicht vorgesehen.
Auch das kann nicht jeder Heimwerker.
Z.B. muss bei Öhlins (mit Hydraulik hinten) die Feder ausgebaut werden um die Kontermutter zu erreichen. Theoretisch kann man den Hakenschlüssel auch ansetzen wenn man die Hydraulik voll ausfährt. Allerdings wird die Mutter dann mit dem vollen Vorspanndruck (GSA Hi 22x140N = 3080N) gegen das Gewinde gepresst.

ImageImageBeim Schrauben wird die eloxierte Oberfläche zerstört (die Hydraulik dreht sich ja nicht mit). Die Gegenhaltekräfte sind ebenfalls nicht ganz trivial (Tip von den freundlichen Oehlins- Mannen in Traunreuth).




Federvorspannung vorn:
ImageViele vordere Zubehör- Dämpfer haben die Vorspannung am oberen, im eingebauten Zustand unerreichbaren Ende. Oehlins hat seinen vorderen Federbeinen beidseitig ein Gewinde spendiert.
Die Serienteile gehen mit gutem Bespiel voran.
Korrekter Weise ist aber zu sagen, dass die Verstellerei vorne eine eher einmalige Anpassung ist.
Bei meiner Q ändert sich bei voller Zuladung am vorderen Federbein nicht viel.

Sind die Federbeine (speziell das Hintere) jeder Last korrekt angepasst, stimmt auch die Scheinwerfereinstellung!     
 

Randnotiz:
Spannt man die Feder weiter vor, ändert sich nichts an der maximalen Höhe (das ist ein mechanischer Anschlag). Die Feder wird auch nicht härter, da die Federrate nicht von der Vorspannung abhängig ist. Aber sie wird unkomfortabler, das Mopped steht hinten höher. Der Anschlag wird höher belastet, weil die Feder beim Ausfedern vorzeitig dagegen knallt
Beispiel Oehlins GSA Hinten:
Hier ist normalerweise eine Feder mit 140N/mm und 180mm entspannter Länge verbaut. Diese ist 14mm vorgespannt. Versucht man das Federelement zusammen zu drücken, wird bis zu einer Kraft von 14x140N = 1960N (~196 Kg) nichts geschehen. Erst bei höherer Kraft wird sich die Federlänge ändern d.h. das Federelement ansprechen. Spannt man maximal vor, spricht es erst bei 22x140N ~ 308 Kg an. Das ist bereits der 1,5-fache Wert!!
In meinem Fall:
Bei vollkommen entspannter Hydraulik ist die Grundeinstellung für mich als Fahrer korrekt. Fährt die beste meiner Teilzeitfrauen alleine (wiegt etwas weniger als 2/3 von mir), ist zu wenig Negativfederweg vorhanden. Nachdem sie höchstens 2% alleine fährt, lassen wir das so.
Fahren wir beide und haben noch das Schminkköfferchen dabei, sind wir schnell beim zulässigen Gesamtgewicht. Zu fett kann sie nicht sein, weil Kleidergrösse 36 nur zu kurz, aber nicht zu eng ist. Trotzdem lässt sich die Q mit der Hydraulik nicht auf die "exakte“ Höhe einstellen! Somit ist die Feder, obwohl härter als die Serie, anscheinend mehr in Richtung eines Einzelfahrers ausgelegt. Jetzt kommt eine Feder mit 160 N/mm rein, wird nur 12 mm vorgespannt (für mich alleine passen 1960N ja) und das Problem sollte verbessert sein.

Links
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