Die Membranfeder wird beim Motorradgetriebe mit Hilfe einer Stange betätigt.

Diese verläuft längs durch die Getriebeeingangswelle und hat an ihren Enden jeweils einen Absatz. Der längere Absatz ist durch die Mittenbohrung der Feder gesteckt und, gegen eventuelles Klappern ist in ihrer Mitte ein Filzring angebracht.
Die Betätigungsstange dreht sich mit Motordrehzahl! Wenn sich, (nur) im eingekuppelten Zustand, auch die G-Eingangswelle mit Motordrehzahl dreht, besteht keine Drehzahldifferenz zur Stange. Ist ausgekuppelt so ist die Membranfeder an einem mechanischen Anschlag „plattgedrückt“, die Stange rotiert mit der Motordrehzahl in der G-Eingangswelle und lässt sich nicht weiter eindrücken. Diese Endposition ist eindeutig.
Das andere Ende der Welle steckt im Ausrück(axial)lager das die Rotation „unterbricht“. Das Lager ist in einem kleinen Kolben eingebaut der die Bewegung der Stange in Richtung der Symmetrieachse der G-Welle ermöglicht.


Zwei Gründe weshalb man nicht mit gezogener Kupplung „herumstehen“ sollte:
1 Die Stange -mit sehr ungünstigem Längen/Durchmesserverhältnis- wird dann nicht auf Biegung beansprucht, kann somit weder klappern noch den Filzring an der Innenseite der Wellenbohrung abschmirgeln.
2 Im Gegensatz zu einer PKW-Kupplung für einen vergleichbaren Motor ist das Lager winzig klein und nicht für lange Beanspruchung ausgelegt (Stehen an der Ampel mit gezogener Kupplung; dauernd schleifende Kupplung im „Gelände“). Weil sich die Stange unter Last ausbiegt wird das Lager geringfügig verkantet und so noch höher belastet.
Der Kolben mit dem Lager wird von einer kleinen Feder leicht an die Betätigungsstange gedrückt („angelegt“) damit kein Spiel be-/entsteht.
Einzustellen gibt es bis hierher nichts.

Die Betätigungsweisen unterscheiden sich
Bei der alten Version mit Seilzug drückt die Stellschraube des, über das Seil betätigten, Nehmerhebels auf den Kolben. Der Abstand Kolben/Hebel lässt sich mit der Stellschraube verändern. Ist er gross, so ist auch der anfängliche Leerweg beim Kuppeln gross (kommt kleinen Händen entgegen). Ist er zu gross eingestellt, wird die Stange nicht weit genug nach vor geschoben und die Kupplung rückt nicht vollständig aus.
Ist er zu klein drückt er u.U. immer leicht auf die Membranfeder und verhindert das komplette Einkuppeln.
Nachdem der Hebel durch eine Öffnung im Getriebegehäuse ragt kann er bei ungünstiger Einstellung an deren Rand anliegen.
Merke:

Ein bisschen Spiel ist notwendig um z.B. Wärmedehnungen oder evtl. Seillängung auszugleichen. BMW gibt 7 mm am Handhebel an (entspricht ca. 0,5 mm zwischen Stellschraube und Kolben). Wer mit Gefühl am Hebel zieht merkt, dass es einige mm leicht geht (da hält nur das „Anlegefederchen“ dagegen), dann, wenn das Spiel „weg“ ist nimmt die Kraft schlagartig zu.
Einfach gesagt: Solange man einen kleinen „Leerweg“ spürt ist die Kupplung korrekt eingestellt. Mit zunehmender Abnutzung wird dieser Leerweg kleiner und „die Kupplung“ muss nachgestellt werden! Das Nachstellen erfolgt an der Stellschraube.
Die Verstellmöglichkeit an der Kupplungsarmatur dient in erster Linie nur dazu den Seilzug spielfrei einzustellen.

Bei der Hydraulikversion ist der Kolben mit dem Ausrücklager Teil des Nehmerzylinders. Über die Leitung wird der Kolben mit Hydraulikflüssigkeit in Richtung Kupplung gepresst, drückt auf die Stange und diese betätigt die Membranfeder. Beim Einkuppeln drückt die Membranfeder die Stange und so auch den Kolben zurück. Das „Andrückfederchen zur Spielvermeidung“ im Nehmerzylinder ist vergleichsweise stark. Es muss in der Lage sein den Kolben gegen die Reibungskraft seiner Dichtung zu bewegen und ggf. auch Hydraulikflüssigkeit „nachzusaugen“.
Nutzt sich die Reibscheibe ab so drückt die Membranfeder die Stange zunehmend weiter „zurück“. Nachdem sich –sobald eingekuppelt ist- die Nachlaufbohrung des Geber(!)zylinders öffnet, wird dabei „überflüssige“ Hydraulikflüssigkeit im Vorratsbehälter „aufgefangen“.
Merke:
Im Gegensatz zu den Bremsen STEIGT(!) der Flüssigkeitspegel im Ausgleichsbehälter je weiter sich die Kupplung abnutzt. Deshalb die Flüssigkeit nie nachfüllen nur „weil sehr wenig drin ist“.

Jetzt wird es wieder gleich:
Der Kupplungshebel lässt sich mit einem Rädchen auf unterschiedliche „Griffweiten“ (=Handgrössen) einstellen.
Hierbei besteht ein Dilemma:
Unterstellt man das „Rädchen“ steht auf „sehr grosse Hand“ dann steht ein weiter (grosser) Hebelweg zur Verfügung (Annahme: 100 mm). Nutzt man den gesamten Hebelweg, so werden Seil bzw. Kolben maximal bewegt.
Steht das „Rädchen“ auf „sehr kleine Hand“, so werden Seil bzw. Kolben wesentlich weniger bewegt (Annahme: 50mm)!
Bei beiden „Handgrössen“ trennt die Kupplung (hoffentlich) sauber!
Weil der Weg durch die konstruktive Hebelübersetzung an Seil oder Hydraulikkolben übertragen wird bedeutet dies aber, dass ein Teil des grossen Weges „sinnlos“ sein muss!
Viele -auch ich- finden, dass die Kupplung erst „im letzten Moment“ „kommt“. Mit „kleinen Händen“ dagegen passt es.
Die Erklärung ist einfach:
Für die Betätigung genügen die ersten 50mm Hub (mit den obigen Annahmen!!). Die weiteren 50 mm sind lediglich bei „grosse Hände“ möglich.
Während „kleine Hände“ den Hebel bis zum Lenker ziehen müssen, genügt es für „grosse Hände“ den Hebel nur „50 mm“ zu ziehen! Wäre hier ein Anschlag, so würden „grosse Hände“ das Einkuppeln nicht als „im letzten Moment“ empfinden.

Speziell bei kleinen Händen sollte man auf das korrekte, minimale Spiel der Kupplungsbetätigung achten.
Bei der Seilzugversion wird das Spiel nur mit der Stellschraube des Kupplungshebels definiert. Die Seilverbindung von Handhebel zu Kupplungshebel ist spielfrei zu halten!
Bei der Hydraulikversion wird der Kolben des Geberzylinders mit einem kleinen, am Hebel angebrachten Druckstift betätigt. Dessen Spiel lässt sich einstellen.
Zitat BMW:
„Einstellschraube soweit eindrehen bis Hebel spielfrei ist. Einstellschraube eine halbe Umdrehung weiterdrehen."
Zitat BMW Ende

Links:
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4V0 Kupplung Version Trocken
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