Dies soll keine Anleitung sein, sondern lediglich den Sinn und die Komplexität darstellen. Aufgrund unvermeidlicher Fertigungstoleranzen müssen einzelne Bauteile in ihren Einbaulagen aneinander angeglichen werden. Durch Beilegen von u. U. mehreren Distanzscheiben werden Abstände genau eingestellt.
Wesentliche Bauteile sind zwei, jeweils mit 2 Wälzlagern gelagerte Zahnräder. (Bild 1)
Unschwer zu erkennen ist die "nicht ganz triviale" Verzahnungsgeometrie.
Bild 2 zeigt den Aufbau grob. Blau dargestellt sind die Lager(-gruppen), grün das Gehäuse, rot die Distanzpakete, gelb die Verschraubungen, grau die Zahnräder.
Die beiden Zahnräder müssen so zueinander ausgerichtet werden, dass sie mittig "tragen" (gelbe Pfeile; weil dort die Geometrien der Zähne am besten zueinander passen) und nur ein kleines Spiel zwischen den Zähnen ist.
Bild 2 / FKT2 bildet ab wenn die Zahnräder falsch zueinander positioniert wären (Pfeile; Tragbild falsch bei evtl. korrektem Spiel). Beim skizzierten Beispiel müsste das Distanzpaket1 (rot) am Antriebsritzel dicker sein, die Einheit also nach rechts gebaut werden. Das Distanzpaket2 für's Tellerrad logischerweise dann dünner (Tellerrad nach oben).
Bild 2 / FKT3 veranschaulicht wenn für das Tellerrad zu wenig "Distanzpaket 2" eingelegt wäre, obwohl die Lage der Räder zueinander stimmen würde.
Beim Zusammenbau würde es gegen das Antriebsrad gepresst. Null Spiel wäre die geringste Folge. Theoretisch könnte das Spiel negativ werden (also die Verzahnungen ineinander gepresst werden), was zuerst zu hoher Wärmeentwicklung, sagenhaftem Verschleiss durch Reibung und dann zum Ausfall führen würde. Dieser Fehler ist eigentlich nur beim Tellerrad möglich, da das Antriebsritzel zuerst montiert wird. Unter Umständen verabschiedet sich vorher eines der Lager.
Bild 2 / FKT4 zeigt wie es aussähe wenn beide Räder mit zu viel "Distanz" eingesetzt wären. In der Praxis würde zwar das HAG funktionieren (weil gar nicht so viel beigelegt werden kann, dass die Zahnräder überhaupt nicht in Eingriff gelangen), das Tragbild könnte als stimmig interpretiert werden, aber das Flankenspiel wäre erheblich. Das Rad liesse sich ein Stück verdrehen werden ohne dass sich die Kardanwelle bewegt. Bei jedem Lastwechsel würden die Flanken der Zahnräder aneinander knallen. Auch hier wäre der Verschleiss gross (aber weit kleiner als bei "negativem" Spiel).
ACHTUNG:
Falls jemand jetzt seine Q aufbockt weil er der Meinung ist, sein Rad liesse sich verdrehen: Es sind etliche Spiele zusätzlich zu berücksichtigen (Kardanverzahnungen, Getriebe etc)!! Es ist nicht ersichtlich ob sich der Kardan dreht (tut er!) oder nicht!!
Das beschriebene Spiel lässt sich nur bei blockierter Eingangswelle, also i. d. Regel bei ausgebautem HAG korrekt messen!!
Mit dem Distanzpaket 3 wird der Anpressdruck bei der Montage eingestellt, d.h. der Deckel schliesst eigentlich nicht ganz, sondern es bleibt (theoretisch) ein minimaler Spalt. Durch das Verschrauben wird das Tellerradpaket gegen sein Kegellager (das kleine!) gespannt.
In diesen Beispielen sind natürlich nicht alle Fehlermöglichkeiten aufgezeigt.
Technische Einzelheiten sind zu Gunsten der Verständlichkeit vereinfacht. Beispielsweise sind Wellendichtringe nicht eingezeichnet.
Links:
Getriebe Technik schematisch
Getriebe Untersetzung
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