4V Ölverbrauch und Ölkontrolle
Beigesteuert von gerd_
20.11.2007
Ölverbrauch
Der Ölverbrauch und die Methode der Ölkontrolle bei den 4-V-Qen sind umstritten.
Jeder hat eine andere "beste" Methode. Das ist meine:
Was kann man aus den Aussagen in der Bedienungsanleitung von BMW lesen?
Maximalstand nicht über-, Minimalstand nicht unterschreiten. Sollte logisch sein.
Bei zu wenig kann es (theoretisch) in der Kurve vorkommen, dass die Ansaugöffnung der Ölpumpe "im Freien" liegt. Dann wird nur noch Luft angesaugt und es ist Essig mit dem Öldruck.
Ein gutes Beispiel waren die Jaguar Motoren bei der Europa- Langstreckenmeisterschaft in den 80ern. Man konnte sich quasi auf einen Exitus der Motoren verlassen. Beim Beschleunigen war das Öl in der ewig langen Ölwanne hinten, beim Bremsen vorne. Nachdem nur eine Pumpe zulässig war, gingen die Dinger regelmässig hops. Power war derart viel vorhanden, dass viele Andere mit den von den Jaguar vorgegebenen Qualifikationszeiten Probleme hatten. Gottlob hielten die Dinger nicht :-).
Bei zu viel sind zwei Probleme möglich. Einerseits könnte theoretisch die Kurbelwelle plantschen, doch dazu müsste gewaltig zu viel drin sein. Bei einigen Schiffsdieseln ist das erwünscht (Nenndrehzahl: 93 U/Min), bei höher drehenden Motoren führt das zum "AUS".
Andererseits wird der verbleibende Raum im Kurbelgehäuse immer kleiner. Nachdem die Kolben gleichzeitig nach innen (bzw. nach aussen) "gehen" und das Volumen des Kurbelgehäuses daher ohnehin um 1150 ccm variiert versucht der Motor den heissen "Öldampf" zu komprimieren. Nachdem aber die Konstrukteure die Kurbelgehäuseentlüftung vorgesehen haben, jagt der "Öldampf" eben einfach davon und man findet ihn teilweise, dann wieder kondensiert, hinter der Ablassschraube des LuFiGehäuses (Bild 2) oder er wird durch den Motor gejagt, mehr oder weniger gut verbrannt und er ärgert den KAT. Die neuen 1200er Motoren haben daher ein Klappenventil in der Kurbelgehäuseentlüftung
Ölstand grundsätzlich bei senkrecht stehendem Motorrad kontrollieren
Einfach zu erklären: Legt man das Mopped auf den rechten Zylinder, wird man viel Öl einfüllen müssen um am Schauglas überhaupt etwas zu sehen. Gleiches gilt wenn es hochkant an einer Hauswand steht. Also die Definition "Senkrecht auf waagerechter Fläche" = Hauptständer
Ablesen nach mindestens 5 Minuten Motorstillstand
Betrieb ist das Öl ja kreuz und quer im Motor verteilt. Also muss man warten bis möglichst alles in die Ölwanne zurück gelaufen ist. Das dauert umso länger, je kälter (zäher) das Öl ist.
Ölkontrolle bei betriebswarmem Motor?
Einer der Gründe ist die Sache mit dem Rücklaufen, die andere liegt daran, dass sich (nicht nur) Öl ausdehnt wenn’s warm wird.
Die Volumenänderung von 4 Liter Öl liegt bei 100Grad Temperaturdifferenz (in der Ölwanne ist das gigantisch!!) bei ca. 0,35 Liter.
Differenz Ober-/Unterkante der Ringmarkierung: 0,5 Liter
Also klar: Ist das Öl knallheiss, wird scheinbar mehr drin sein als wenn es kalt ist. Wenngleich 100 Grad Temperaturdifferenz in der Praxis kaum vorkommen werden, taugt es für die Anschaulichkeit.
Ist das Schauglas im heissen Zustand halb gefüllt, wird anschliessend bei kaltem Motor (fast) nix zu sehen sein!
Wenn mal zuviel drin ist
oder : Die Möglichkeit um überflüssiges Öl ohne viel Aufwand wieder aus den Motor heraus zu bekommen, ohne den Motorschutz zu demontieren u. anschl. die Ölablassschraube herauszudrehen.
Ablassen ist z.B. über die Ölrücklaufleitung rechts neben dem Schauglas möglich. Hohlschraube VORSICHTIG losdrehen (Gefäss drunter) und mit 20 - 25 Nm (!!!) vorsichtig wieder festziehen.
Meine Überlegung:
Meine Q parkt praktisch immer auf dem Hauptständer. In der Regel tut sie das auf einer ebenen Fläche. Ich bin viel zu faul 5 Minuten zu warten bis ich bei betriebswarmem Motor irgendetwas tun kann. Also kontrolliere ich im kalten Zustand. Die Bedingungen sind ja ansonsten erfüllt (Bild 1)
Um die Wärmedehnung wissend sorge ich dafür, dass mein Ölpegel bei kaltem Motor (~20 Grad) gerade gut über dem unteren Kringelrand oder naximla bis "Mitte" steht, weil dann auch bei knallheissem Motor nicht zu viel drin ist und in den LuFikasten entsorgt wird.
Herrschen draussen minus 10 Grad, ist die Abweichung etwas grösser und ich fülle (vielleicht) etwas "zu viel" auf. Macht ja nix, die Gefahr, dass das Öl bei derartigen Temperaturen sehr heiss wird ist wohl nicht sehr hoch.
Dann gibt’s noch (unter Anderem) die Aussagen:
Zuerst auf den Seitenständer stellen, dann erst auf den Hauptständer.
Wozu? Das Öl schwappt nur in der Wanne umher. Die diversen Ölkanäle laufen am ehesten leer wenn der Motor "eben" steht. Dies ist zwar nur eine unbewiesene Behauptung, aber andererseits müssten die Konstrukteure bei BMW sehr häufig Feste im Dienst feiern wenn sie solche Kracher konstruieren würden, dass man einen Motor schief stellen muss….
Bei irgendwelchen Gelegenheiten saugt ein Vakuum Öl aus der Wanne nach oben, deshalb sieht man es nicht mehr.
Es entsteht kein Vakuum (woher denn?), sondern, vorwiegend bei den alten 1100 ohne Thermostat wurde Öl in den Kühler gepumpt, der lief voll und kühlte, weil ungeregelt das Öl sehr stark. Das jetzt zähe Zeug lief nicht mehr richtig zurück. Also fehlte der Ölkühlerinhalt "im" Schauglas. (Bild 4&5)
Das gibt's bei den 1150 nicht mehr so häufig. Hier könnte es daran liegen, dass das Thermostat (bei wenigen Betriebszuständen) zu schnell wieder schliesst (Fahrstrecke zu kurz, Öl zu kalt) und das Öl dann beim Ablaufen behindert weil die Leitung ab dem (geschlossenen) Thermostaten nur schlecht belüftet wird.
Das Öllämpchen "hängt" am Öldruck. Wird keiner aufgebaut (Zündung an, Motor aus) leuchtet das Ding. Wird sehr wenig aufgebaut (Motor sehr heiss, Öl sehr dünnflüssig, Leerlauf) zeigt' s auch an. Wenn es bei Vollgas auf der Autobahn angeht ist das lediglich ein Signal für "jetzt ist eine grössere Reparatur notwendig" und einige Sekunden später "wenn Du angehalten hättest, hätte der Motor (vielleicht) nicht gefressen"
Die Fotos zeigen "meinen" Ölpegel bei Abfahrt in die Dolomiten und 5 Tage und 2400 Km später wieder zu Hause (Bild 3). Unterwegs füllte ich 0,25 Liter nach. Seit 80 TKm verwende ich mineralisches LM 20W50
Der Ölverbrauch und die Methode der Ölkontrolle bei den 4-V-Qen sind umstritten.
Jeder hat eine andere "beste" Methode. Das ist meine:
Was kann man aus den Aussagen in der Bedienungsanleitung von BMW lesen?
Maximalstand nicht über-, Minimalstand nicht unterschreiten. Sollte logisch sein.
Bei zu wenig kann es (theoretisch) in der Kurve vorkommen, dass die Ansaugöffnung der Ölpumpe "im Freien" liegt. Dann wird nur noch Luft angesaugt und es ist Essig mit dem Öldruck.
Ein gutes Beispiel waren die Jaguar Motoren bei der Europa- Langstreckenmeisterschaft in den 80ern. Man konnte sich quasi auf einen Exitus der Motoren verlassen. Beim Beschleunigen war das Öl in der ewig langen Ölwanne hinten, beim Bremsen vorne. Nachdem nur eine Pumpe zulässig war, gingen die Dinger regelmässig hops. Power war derart viel vorhanden, dass viele Andere mit den von den Jaguar vorgegebenen Qualifikationszeiten Probleme hatten. Gottlob hielten die Dinger nicht :-).
Bei zu viel sind zwei Probleme möglich. Einerseits könnte theoretisch die Kurbelwelle plantschen, doch dazu müsste gewaltig zu viel drin sein. Bei einigen Schiffsdieseln ist das erwünscht (Nenndrehzahl: 93 U/Min), bei höher drehenden Motoren führt das zum "AUS".
Andererseits wird der verbleibende Raum im Kurbelgehäuse immer kleiner. Nachdem die Kolben gleichzeitig nach innen (bzw. nach aussen) "gehen" und das Volumen des Kurbelgehäuses daher ohnehin um 1150 ccm variiert versucht der Motor den heissen "Öldampf" zu komprimieren. Nachdem aber die Konstrukteure die Kurbelgehäuseentlüftung vorgesehen haben, jagt der "Öldampf" eben einfach davon und man findet ihn teilweise, dann wieder kondensiert, hinter der Ablassschraube des LuFiGehäuses (Bild 2) oder er wird durch den Motor gejagt, mehr oder weniger gut verbrannt und er ärgert den KAT. Die neuen 1200er Motoren haben daher ein Klappenventil in der Kurbelgehäuseentlüftung
Ölstand grundsätzlich bei senkrecht stehendem Motorrad kontrollieren
Einfach zu erklären: Legt man das Mopped auf den rechten Zylinder, wird man viel Öl einfüllen müssen um am Schauglas überhaupt etwas zu sehen. Gleiches gilt wenn es hochkant an einer Hauswand steht. Also die Definition "Senkrecht auf waagerechter Fläche" = Hauptständer
Ablesen nach mindestens 5 Minuten Motorstillstand
Betrieb ist das Öl ja kreuz und quer im Motor verteilt. Also muss man warten bis möglichst alles in die Ölwanne zurück gelaufen ist. Das dauert umso länger, je kälter (zäher) das Öl ist.
Ölkontrolle bei betriebswarmem Motor?
Einer der Gründe ist die Sache mit dem Rücklaufen, die andere liegt daran, dass sich (nicht nur) Öl ausdehnt wenn’s warm wird.
Die Volumenänderung von 4 Liter Öl liegt bei 100Grad Temperaturdifferenz (in der Ölwanne ist das gigantisch!!) bei ca. 0,35 Liter.
Differenz Ober-/Unterkante der Ringmarkierung: 0,5 Liter
Also klar: Ist das Öl knallheiss, wird scheinbar mehr drin sein als wenn es kalt ist. Wenngleich 100 Grad Temperaturdifferenz in der Praxis kaum vorkommen werden, taugt es für die Anschaulichkeit.
Ist das Schauglas im heissen Zustand halb gefüllt, wird anschliessend bei kaltem Motor (fast) nix zu sehen sein!
Wenn mal zuviel drin ist
oder : Die Möglichkeit um überflüssiges Öl ohne viel Aufwand wieder aus den Motor heraus zu bekommen, ohne den Motorschutz zu demontieren u. anschl. die Ölablassschraube herauszudrehen.
Ablassen ist z.B. über die Ölrücklaufleitung rechts neben dem Schauglas möglich. Hohlschraube VORSICHTIG losdrehen (Gefäss drunter) und mit 20 - 25 Nm (!!!) vorsichtig wieder festziehen.
Meine Überlegung:
Meine Q parkt praktisch immer auf dem Hauptständer. In der Regel tut sie das auf einer ebenen Fläche. Ich bin viel zu faul 5 Minuten zu warten bis ich bei betriebswarmem Motor irgendetwas tun kann. Also kontrolliere ich im kalten Zustand. Die Bedingungen sind ja ansonsten erfüllt (Bild 1)
Um die Wärmedehnung wissend sorge ich dafür, dass mein Ölpegel bei kaltem Motor (~20 Grad) gerade gut über dem unteren Kringelrand oder naximla bis "Mitte" steht, weil dann auch bei knallheissem Motor nicht zu viel drin ist und in den LuFikasten entsorgt wird.
Herrschen draussen minus 10 Grad, ist die Abweichung etwas grösser und ich fülle (vielleicht) etwas "zu viel" auf. Macht ja nix, die Gefahr, dass das Öl bei derartigen Temperaturen sehr heiss wird ist wohl nicht sehr hoch.
Dann gibt’s noch (unter Anderem) die Aussagen:
Zuerst auf den Seitenständer stellen, dann erst auf den Hauptständer.
Wozu? Das Öl schwappt nur in der Wanne umher. Die diversen Ölkanäle laufen am ehesten leer wenn der Motor "eben" steht. Dies ist zwar nur eine unbewiesene Behauptung, aber andererseits müssten die Konstrukteure bei BMW sehr häufig Feste im Dienst feiern wenn sie solche Kracher konstruieren würden, dass man einen Motor schief stellen muss….
Bei irgendwelchen Gelegenheiten saugt ein Vakuum Öl aus der Wanne nach oben, deshalb sieht man es nicht mehr.
Es entsteht kein Vakuum (woher denn?), sondern, vorwiegend bei den alten 1100 ohne Thermostat wurde Öl in den Kühler gepumpt, der lief voll und kühlte, weil ungeregelt das Öl sehr stark. Das jetzt zähe Zeug lief nicht mehr richtig zurück. Also fehlte der Ölkühlerinhalt "im" Schauglas. (Bild 4&5)
Das gibt's bei den 1150 nicht mehr so häufig. Hier könnte es daran liegen, dass das Thermostat (bei wenigen Betriebszuständen) zu schnell wieder schliesst (Fahrstrecke zu kurz, Öl zu kalt) und das Öl dann beim Ablaufen behindert weil die Leitung ab dem (geschlossenen) Thermostaten nur schlecht belüftet wird.
Das Öllämpchen "hängt" am Öldruck. Wird keiner aufgebaut (Zündung an, Motor aus) leuchtet das Ding. Wird sehr wenig aufgebaut (Motor sehr heiss, Öl sehr dünnflüssig, Leerlauf) zeigt' s auch an. Wenn es bei Vollgas auf der Autobahn angeht ist das lediglich ein Signal für "jetzt ist eine grössere Reparatur notwendig" und einige Sekunden später "wenn Du angehalten hättest, hätte der Motor (vielleicht) nicht gefressen"
Die Fotos zeigen "meinen" Ölpegel bei Abfahrt in die Dolomiten und 5 Tage und 2400 Km später wieder zu Hause (Bild 3). Unterwegs füllte ich 0,25 Liter nach. Seit 80 TKm verwende ich mineralisches LM 20W50
Letzte Aktualisierung ( 21.09.2008 )
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